Was ist Entmagnetisierung und warum ist sie wichtig?

Entmagnetisierung ist der Vorgang, bei dem unerwünschter Restmagnetismus aus einem Material, Werkstück, Werkzeug oder Bauteil reduziert oder entfernt wird.

In der Fertigung ist der Entmagnetisierungsprozess wichtig, weil Restmagnetismus Metallspäne anziehen, die Bearbeitungsqualität beeinträchtigen, das Schweißen stören, die Beschichtung oder Galvanisierung beeinträchtigen, Reinigungsprobleme verursachen und die Messgenauigkeit verringern kann.

Ein Werkstück muss nicht immer vollständig unmagnetisch werden. In den meisten industriellen Fällen besteht das Ziel darin, den Restmagnetismus auf ein für den nächsten Prozess, Prüfschritt oder die Endanwendung akzeptables Niveau zu reduzieren.

Entmagnetisierungsverfahren zur Entfernung des Restmagnetismus von metallischen Werkstücken

Schnelle Antwort: Was ist Entmagnetisierung?

Entmagnetisierung ist der Vorgang, bei dem unerwünschter Restmagnetismus aus einem Material, Werkstück, Werkzeug oder Bauteil reduziert oder entfernt wird.

In der Fertigung ist der Entmagnetisierungsprozess wichtig, weil Restmagnetismus praktische Produktionsprobleme verursachen kann. Er kann Metallspäne anziehen, das Schweißen stören, die Beschichtung oder Galvanisierung beeinträchtigen, Reinigungsprobleme verursachen, Messungen beeinflussen oder zu Verunreinigungen bei der Montage führen.

Warum der Entmagnetisierungsprozess wichtig ist

Der Entmagnetisierungsprozess ist wichtig, weil Restmagnetismus praktische Probleme in der Produktion verursachen kann.

Ein magnetisiertes Werkstück kann Metallspäne, Schleifstaub, kleine Schrauben, Schneidpartikel oder andere ferromagnetische Rückstände anziehen. Diese Partikel können auf der Oberfläche verbleiben und die Reinigung, Bearbeitung, Messung, Beschichtung oder Montage beeinträchtigen.

In der Präzisionsfertigung kann bereits eine geringe unerwünschte Magnetisierung Qualitätsprobleme verursachen. Sie kann die Oberflächengüte beeinträchtigen, den Werkzeugverschleiß erhöhen, Schweißprozesse stören, Beschichtungsfehler verursachen oder Prüfgeräte beeinflussen.

Eine Entmagnetisierung erfolgt häufig vor oder nach folgenden Arbeitsschritten:

  • Bearbeiten
  • Schleifen
  • Bohren
  • Schweißen
  • Galvanisieren
  • Beschichtung
  • Reinigung
  • Montage
  • Magnetpulverprüfung
  • Wirbelstromprüfung
  • Abschließende Qualitätsprüfung

Daher sollte die Entmagnetisierung als Prozess der Qualitätskontrolle und nicht nur als abschließender Arbeitsschritt betrachtet werden.

Wie entsteht Restmagnetismus?

Restmagnetismus ist das Magnetfeld, das in einem Werkstoff zurückbleibt, nachdem dieser einem Magnetfeld, elektrischem Strom, einer magnetischen Spannvorrichtung oder einer anderen magnetisierenden Einwirkung ausgesetzt war.

Häufige Ursachen für Restmagnetismus sind:

  • Magnetisches Spannen während der Bearbeitung
  • Magnetisches Heben und Handhaben
  • Kontakt mit Permanentmagneten
  • Bohren, Fräsen, Drehen, Schleifen oder Sägen
  • Schweißen oder Stromfluss durch das Bauteil
  • Induktionshärten
  • Biegen, Umformen oder Pressen
  • Laserbeschriften
  • Magnetpulverprüfung
  • Lagerung in der Nähe starker Magnetfelder
  • Kontakt mit magnetisierten Werkzeugen oder Vorrichtungen

Ferromagnetische Werkstoffe behalten Restmagnetismus leichter bei. Dazu gehören zahlreiche Stähle, Gusseisen, Nickel, Kobalt und einige Legierungen. Manche nichtrostenden Stähle sind deutlich weniger magnetisch; bestimmte Bauteile aus nichtrostendem Stahl können jedoch nach dem Umformen, Bearbeiten oder Kaltverformen magnetisch werden.

Welche Probleme kann Restmagnetismus verursachen?

Häufige Probleme durch Restmagnetismus in der Fertigung

Restmagnetismus kann mehrere Produktionsschritte beeinträchtigen. Ein Bauteil kann einwandfrei erscheinen, unerwünschter Magnetismus aber dennoch Probleme verursachen bei Reinigen, Schweißen, Messen, Oberflächenbehandlung oder Montage.

ProblemWarum das wichtig ist
Metallspäne haften am WerkstückSpäne können die Reinigung, Bearbeitung, Oberflächengüte und Endmontage beeinträchtigen.
Schleifstaub verbleibt auf der OberflächeFeine Partikel können die Oberflächenqualität mindern und den Reinigungsaufwand erhöhen.
Ablenkung des SchweißlichtbogensRestmagnetismus kann den Schweißlichtbogen stören und zu instabilen Schweißnähten führen.
Beschichtungs- oder GalvanisierungsfehlerMetallische Partikel können Verunreinigungen, ungleichmäßige Beschichtungen oder eine mangelhafte Oberflächenqualität verursachen.
ReinigungsproblemeMagnetische Partikel können auch nach normalem Waschen oder Abblasen mit Luft anhaften.
MessfehlerRestmagnetfelder können Messgeräte oder die Prüfgenauigkeit beeinträchtigen.
Fehler bei der WirbelstromprüfungUnerwünschte Magnetfelder können die zerstörungsfreie Prüfung beeinträchtigen und zu fälschlichen Ausschussentscheidungen führen.
Verunreinigungen bei der MontageKleine Metallpartikel können auf Präzisionsteilen verbleiben und die Funktion des Endprodukts beeinträchtigen.
Erhöhter WerkzeugverschleißAnhaftende Späne und Partikel können Werkzeuge, Oberflächen und Vorrichtungen beschädigen.

Der wichtigste Punkt ist einfach: Restmagnetismus kann verborgene Qualitätsrisiken verursachen. Die Entmagnetisierung trägt dazu bei, diese Risiken zu verringern, bevor daraus Produktionsfehler, Nacharbeit oder Kundenreklamationen entstehen.

Wie funktioniert der Entmagnetisierungsprozess?

Wie die Entmagnetisierung den Restmagnetismus durch ein abklingendes magnetisches Wechselfeld reduziert

Bei der Entmagnetisierung wird das Bauteil üblicherweise einem magnetischen Wechselfeld ausgesetzt, dessen Feldstärke allmählich abnimmt.

Dieses Wechselfeld ändert die magnetische Ausrichtung im Material immer wieder. Mit abnehmender Feldstärke nimmt auch die Ausrichtung der magnetischen Domänen ab. Dadurch wird das verbleibende Magnetfeld reduziert.

Ein einfacher Prozessablauf sieht wie folgt aus:

  1. Das Werkstück weist unerwünschten Restmagnetismus auf.
  2. Ein Entmagnetisiergerät erzeugt ein magnetisches Wechselfeld.
  3. Die Feldstärke nimmt allmählich ab.
  4. Die magnetischen Domänen sind weniger stark ausgerichtet.
  5. Das Restmagnetfeld wird schwächer.
  6. Das Ergebnis wird mit einem Magnetfeldmessgerät überprüft.

Das Endergebnis hängt von Werkstückmaterial, Größe, Form, Wandstärke, Ausgangsmagnetisierung, Art des Entmagnetisiergeräts, Feldstärke, Frequenz und Prozessgeschwindigkeit ab.

Gängige Entmagnetisierungsverfahren

Übliche industrielle Entmagnetisierungsgeräte für verschiedene Werkstücke

Es gibt kein Entmagnetisierungsverfahren, das für jedes Werkstück geeignet ist. Welche Methode geeignet ist, hängt von Werkstückgröße, Geometrie, Material, Produktionsvolumen und dem geforderten Grenzwert für den Restmagnetismus ab.

Wechselfeldentmagnetisierung

Die Wechselfeldentmagnetisierung zählt zu den gängigsten industriellen Verfahren.

Das Werkstück wird einem magnetischen Wechselfeld ausgesetzt, dessen Feldstärke schrittweise reduziert wird. Dieses Verfahren ist weit verbreitet, da es sich für viele Werkstücke aus Stahl, Werkzeuge, bearbeitete Teile und Komponenten eignet.

Tunnelentmagnetisierer

Tunnelentmagnetisierer werden häufig in Produktionslinien eingesetzt.

Die Teile durchlaufen einen Entmagnetisierungstunnel, üblicherweise manuell, auf einem Förderband oder über ein Rollensystem. Dieses Verfahren eignet sich für Serienteile, die Chargenbearbeitung und Werkstücke mit regelmäßigen Formen.

Tisch- oder Plattenentmagnetisierer

Tischentmagnetisierer werden häufig für flache Teile, Werkzeuge, kleine Werkstücke oder in Werkstätten eingesetzt.

Das Werkstück wird über die Entmagnetisierungsfläche geführt. Dieses Verfahren ist zweckmäßig für manuelle Arbeitsplätze, Bearbeitungsbereiche, Prüfbereiche und Reparaturwerkstätten.

Handgeführte Entmagnetisiergeräte

Handgeführte Entmagnetisiergeräte eignen sich für große, unregelmäßig geformte oder schwer zu bewegende Werkstücke.

Der Bediener führt das Gerät über die Werkstückoberfläche, um den Restmagnetismus zu reduzieren. Dieses Verfahren ist flexibel, das Endergebnis hängt jedoch stark von der Arbeitsweise des Bedieners, der Werkstückgeometrie und der Messung nach der Entmagnetisierung ab.

Impulsentmagnetisierung

Bei der Impulsentmagnetisierung wird ein kontrollierter Magnetimpuls erzeugt, der zunächst ansteigt und anschließend kontrolliert abklingt.

Dieses Verfahren kann eingesetzt werden, wenn ein genauer kontrollierter Entmagnetisierungsprozess erforderlich ist, insbesondere bei Teilen mit besonderen Geometrien oder spezifischen Anforderungen an den Restmagnetismus.

Wo wird die Entmagnetisierung eingesetzt?

Die Entmagnetisierung kommt in vielen Industriebereichen zum Einsatz, in denen Restmagnetismus folgende Aspekte beeinträchtigen kann: Produktionsqualität, Sauberkeit, Prüfung oder Endfunktion.

AnwendungsbereichWarum ist die Entmagnetisierung wichtig?
BearbeitenVerhindert, dass Späne an Werkstücken, Werkzeugen und Vorrichtungen haften bleiben.
Schleifen und LäppenTrägt dazu bei, das Anhaften feiner Metallpartikel und Schleifstaub zu verringern.
SchweißenTrägt dazu bei, Lichtbogenablenkung und instabile Schweißnähte zu reduzieren.
Galvanisieren und BeschichtenTrägt dazu bei, Partikelverunreinigungen und Oberflächenfehler zu reduzieren.
ReinigungErleichtert das Entfernen von Metallpartikeln von der Bauteiloberfläche.
MontageTrägt dazu bei, das Anhaften kleiner Metallpartikel an Präzisionsteilen zu verhindern.
WirbelstromprüfungTrägt dazu bei, Störeinflüsse bei Prüfungen und Fehlausschuss zu reduzieren.
MagnetpulverprüfungTrägt dazu bei, Restmagnetismus nach der Prüfung zu beseitigen.
PräzisionsbauteileTrägt zu höherer Sauberkeit, zuverlässigerer Messung und besserer Endqualität bei.
Befestigungselemente und SchraubenTrägt dazu bei, verbliebene Späne vor der Endreinigung, Verpackung oder Montage zu reduzieren.
AutomobilteileTrägt zu saubereren Oberflächen und zuverlässigeren Prüfungen bei.
Form- und WerkzeugteileTrägt dazu bei, das Anhaften von Spänen, Staub und Partikeln während der Bearbeitung zu verhindern.

Wie lässt sich prüfen, ob die Entmagnetisierung erfolgreich war?

Ein entmagnetisiertes Bauteil sollte mit einem Gaußmeter oder Magnetfeldmessgerät geprüft werden. Eine reine Sichtprüfung reicht nicht aus.

Der zulässige Restmagnetismus hängt von dem nachfolgenden Prozess, der Kundenspezifikation, der Branchenanforderung oder der Prüfmethode ab. Bei manchen Prozessen ist ein geringes Restmagnetfeld zulässig. Bei anderen gelten strengere Grenzwerte.

Wichtige Prüfpunkte sind:

  • Messen Sie an mehreren Stellen des Werkstücks.
  • Prüfen Sie Kanten, Bohrungen, Ecken, Nuten und lange Oberflächen.
  • Prüfen Sie sowohl vor als auch nach der Entmagnetisierung.
  • Verwenden Sie für wiederholte Vergleiche dasselbe Messverfahren.
  • Wiederholen Sie die Entmagnetisierung, wenn das Restmagnetfeld weiterhin zu hoch ist.
  • Legen Sie die Kundenspezifikation oder Prozessanforderung als abschließenden Maßstab zugrunde.

Vollständige Magnetfreiheit ist in der Regel weder realistisch noch erforderlich. Ein praxisnahes Ziel besteht darin, den Restmagnetismus unter den Wert zu reduzieren, ab dem Produktions-, Prüf- oder Funktionsprobleme auftreten.

Entmagnetisierung und Degaussing: Ist das dasselbe?

Entmagnetisierung und Degaussing werden häufig in ähnlicher Weise verwendet, die Bedeutung hängt jedoch von der jeweiligen Branche ab.

In der Fertigung bedeutet Entmagnetisierung in der Regel die Verringerung unerwünschten Restmagnetismus in Werkstücken, Werkzeugen, Teilen oder Komponenten.

Degaussing wird ebenfalls verwendet, um die Verringerung oder Entfernung von Magnetfeldern zu beschreiben. Der Begriff ist in der Elektronik, bei der Datenspeicherung, zur Reduzierung der magnetischen Signatur von Schiffen und bei industriellen Entmagnetisierungsanwendungen gebräuchlich.

Für viele Anwender in der Fertigung bezeichnen beide Begriffe dasselbe praktische Ziel: unerwünschten Magnetismus zu verringern, damit das Teil sicher in den nächsten Prozess überführt werden kann.

Wird Stahl durch die Entmagnetisierung unmagnetisch?

Nein. Die Entmagnetisierung macht aus magnetischem Stahl keinen unmagnetischen Stahl.

Sie beseitigt oder verringert den aktuellen magnetisierten Zustand des Werkstücks. Sie verändert nicht die grundlegende Werkstoffstruktur. Ferritischer oder martensitischer Stahl kann erneut magnetisiert werden, wenn er einem Magnetfeld, einer magnetischen Klemmung, elektrischem Strom oder einem magnetischen Prüfverfahren ausgesetzt wird.

Dies ist ein wichtiger Unterschied. Durch Entmagnetisierung lässt sich unerwünschter Restmagnetismus beseitigen. Der Werkstoff wird dadurch nicht zu einer unmagnetischen Legierung.

Entmagnetisierung von Werkstücken und Permanentmagneten

Unterschied zwischen der Entmagnetisierung von Werkstücken und der Vermeidung einer Entmagnetisierung von Permanentmagneten

Die Entmagnetisierung eines Werkstücks unterscheidet sich von der Entmagnetisierung eines Permanentmagneten.

Ein magnetisiertes Stahlwerkstück weist möglicherweise lediglich unerwünschten Restmagnetismus auf. Ziel ist üblicherweise, dieses Restfeld auf ein sicheres oder akzeptables Niveau zu reduzieren.

Ein Permanentmagnet ist darauf ausgelegt, seine Magnetisierung beizubehalten. Beispielsweise, Neodym-Magnete sind auf eine hohe und stabile magnetische Leistungsfähigkeit ausgelegt. Eine unbeabsichtigte Entmagnetisierung eines Permanentmagneten kann dessen Haftkraft, Feldstärke oder die Leistungsfähigkeit des Endprodukts beeinträchtigen.

Dieser Unterschied ist in der Fertigung relevant. Werkstücke müssen unter Umständen vor dem Schweißen, Beschichten, Reinigen oder Prüfen entmagnetisiert werden. Permanentmagnete müssen dagegen in der Regel vor Entmagnetisierung durch übermäßige Wärme, starke entgegengerichtete Magnetfelder, eine ungeeignete Konstruktion oder unsachgemäße Handhabung geschützt werden.

Bei kundenspezifischen Neodym-Magneten, sollten Magnetgüte, Betriebstemperatur, Beschichtung, Magnetisierungsrichtung und Anwendungsumgebung vor der Fertigung sorgfältig geprüft werden.

Häufige Irrtümer zur Entmagnetisierung

Irrtum 1: Entmagnetisierung bedeutet immer vollständige Magnetismusfreiheit

In den meisten Fertigungsprozessen ist vollständige Magnetismusfreiheit nicht das eigentliche Ziel. Vielmehr soll der Restmagnetismus so weit reduziert werden, dass er den nächsten Prozessschritt oder die spätere Verwendung nicht beeinträchtigt.

Irrtum 2: Das Werkstück wird nur an einer Stelle geprüft

Restmagnetismus ist möglicherweise nicht gleichmäßig verteilt. An Kanten, Bohrungen, Ecken, Nuten und langen Oberflächen können unterschiedliche Messwerte auftreten. Daher sollten mehrere Stellen geprüft werden.

Irrtum 3: Es wird das falsche Entmagnetisiergerät verwendet

Für bestimmte große oder unregelmäßig geformte Teile kann sich ein Handentmagnetisiergerät eignen. Für flache Teile ist möglicherweise ein Tischentmagnetisiergerät besser geeignet, für Teile in einer Fertigungslinie dagegen ein Tunnelentmagnetisiergerät. Bei ungeeigneter Ausrüstung kann Restmagnetismus im Teil verbleiben.

Irrtum 4: Nach der Entmagnetisierung wird nicht gemessen

Die Entmagnetisierung sollte überprüft werden. Auch nach einem Durchlauf durch ein Entmagnetisiergerät kann ein Teil noch Restmagnetismus aufweisen.

Irrtum 5: Werkstücke und Permanentmagnete werden gleich behandelt

Ein Werkstück mit Restmagnetismus ist nicht mit einem Permanentmagneten gleichzusetzen. Das Werkstück muss möglicherweise entmagnetisiert werden. Ein Permanentmagnet muss dagegen in der Regel vor unbeabsichtigter Entmagnetisierung geschützt werden.

Das Verständnis von Entmagnetisierung bei Osenc in der Magnetfertigung

Osenc konzentriert sich auf Permanentmagnete, kundenspezifische NdFeB-Magnete und Magnetbaugruppen. Bei Magnetprojekten muss die Entmagnetisierung differenziert betrachtet werden, da das Ziel nicht immer darin besteht, den Magnetismus zu beseitigen.

Bei Stahlwerkstücken wird die Entmagnetisierung häufig eingesetzt, um unerwünschten Restmagnetismus vor dem Zerspanen, Beschichten, Reinigen, Prüfen oder Montieren zu reduzieren.

Bei Permanentmagneten liegt der Schwerpunkt üblicherweise woanders. Ziel ist es, eine stabile magnetische Leistungsfähigkeit aufrechtzuerhalten und eine unerwünschte Entmagnetisierung durch Wärme, entgegengerichtete Magnetfelder, eine ungeeignete Auswahl der Magnetgüte oder ungeeignete Anwendungsbedingungen zu vermeiden.

Osenc kann Kunden unterstützen bei der Auswahl des Magnetwerkstoffs, Prüfung der Magnetgüte, Auswahl der Beschichtung, Festlegung der Magnetisierungsrichtung, Definition der Maßanforderungen und Auslegung von Magnetbaugruppen. Dies trägt dazu bei, das Risiko zu verringern, einen Magneten auszuwählen, der auf dem Papier stark erscheint, für die tatsächliche Einsatzumgebung jedoch ungeeignet ist.

Wann sollte ein Werkstück entmagnetisiert werden?

Eine Entmagnetisierung des Werkstücks sollte in Betracht gezogen werden, wenn Restmagnetismus den nächsten Produktions- oder Prüfschritt beeinträchtigen kann.

Eine Entmagnetisierung ist insbesondere vor folgenden Schritten wichtig:

  • Präzisionsbearbeitung
  • Endreinigung
  • Schweißen
  • Oberflächenbeschichtung
  • Galvanisieren
  • Montage
  • Messung
  • Härteprüfung
  • Wirbelstromprüfung
  • Verpackung von Präzisionsmetallteilen
  • Auslieferung an Kunden mit Anforderungen an den Restmagnetismus

Auch nach einer Magnetpulverprüfung oder magnetischen Spannung ist eine Entmagnetisierung sinnvoll, da diese Verfahren unerwünschten Restmagnetismus im Bauteil hinterlassen können.

Welche Angaben werden für die Wahl eines Entmagnetisierungsverfahrens benötigt?

Vor der Wahl eines Entmagnetisierungsverfahrens sollten mehrere Aspekte geprüft werden:

  • Werkstückmaterial
  • Werkstückgröße
  • Wandstärke
  • Form und Geometrie
  • Ausgangswert des Restmagnetismus
  • Zulässiger Grenzwert des Restmagnetismus
  • Produktionsvolumen
  • Ob das Bauteil flach, lang, rund oder unregelmäßig geformt ist oder als Baugruppe vorliegt
  • Ob das Bauteil einen Tunnelentmagnetisierer durchlaufen kann
  • Ob das Bauteil manuell gehandhabt werden muss
  • Ob der nächste Prozessschritt Bearbeitung, Schweißen, Beschichten, Reinigen, Messen oder Prüfen ist

Anhand dieser Angaben lässt sich bestimmen, ob eine Hand-, Tisch-, Tunnel- oder Impulsentmagnetisierung besser geeignet ist.

FAQ

Was ist Entmagnetisierung?

Entmagnetisierung ist der Vorgang, bei dem unerwünschter Restmagnetismus aus einem Material, Werkstück, Werkzeug oder Bauteil reduziert oder entfernt wird.

Warum ist der Entmagnetisierungsprozess wichtig?

Der Entmagnetisierungsprozess ist wichtig, da Restmagnetismus Metallpartikel anziehen, die Bearbeitungsqualität beeinträchtigen, Schweißprozesse stören, Beschichtungsfehler verursachen, die Reinigungswirkung verringern und zu Mess- oder Prüfabweichungen führen kann.

Was ist Remanenz?

Restmagnetismus ist das Magnetfeld, das in einem Werkstoff zurückbleibt, nachdem dieser einem Magnetfeld, elektrischem Strom, magnetischer Aufspannung, mechanischer Bearbeitung, magnetischer Prüfung oder einem anderen magnetisierenden Einfluss ausgesetzt war.

Wie funktioniert ein Entmagnetisiergerät?

Ein Entmagnetisiergerät erzeugt üblicherweise ein allmählich abklingendes magnetisches Wechselfeld. Dadurch wird die Ausrichtung der magnetischen Domänen im Material verringert und das magnetische Restfeld reduziert.

Ist Entmagnetisierung dasselbe wie Degaussing?

In vielen industriellen Zusammenhängen werden Entmagnetisierung und Degaussing ähnlich verwendet. Beide Begriffe bezeichnen die Verringerung unerwünschter Restmagnetisierung, wobei Degaussing auch häufig im Zusammenhang mit Elektronik, Datenspeichern und der Reduzierung magnetischer Signaturen verwendet wird.

Wird Stahl durch Entmagnetisierung unmagnetisch?

Nein. Die Entmagnetisierung beseitigt oder verringert den vorhandenen magnetisierten Zustand, verändert jedoch nicht die Werkstoffstruktur des Stahls. Ferromagnetischer Stahl kann erneut magnetisiert werden.

Wann sollten Werkstücke entmagnetisiert werden?

Werkstücke sollten vor oder nach Prozessen entmagnetisiert werden, bei denen Restmagnetismus Probleme verursachen kann, beispielsweise bei der Bearbeitung, beim Schweißen, Beschichten, Galvanisieren, Reinigen, Montieren, Messen oder bei der zerstörungsfreien Prüfung.

Wie wird Restmagnetismus gemessen?

Restmagnetismus wird üblicherweise mit einem Gaußmeter oder einem Magnetfeldmessgerät gemessen. Der zulässige Grenzwert hängt von der Prozessanforderung oder der Kundenspezifikation ab.

Kann ein Permanentmagnet entmagnetisiert werden?

Ja. Ein Permanentmagnet kann an Magnetkraft verlieren, wenn er übermäßiger Wärme, starken entgegengesetzten Magnetfeldern, mechanischer Beschädigung oder ungeeigneten Betriebsbedingungen ausgesetzt wird. Dies ist in der Regel unerwünscht und sollte bei Magnetanwendungen vermieden werden.

Muss jedes Werkstück entmagnetisiert werden?

Nein. Eine Entmagnetisierung ist erforderlich, wenn Restmagnetismus die Produktion, Reinigung, das Schweißen, die Beschichtung, das Messen, die Prüfung, die Montage oder die Endanwendung beeinträchtigen kann.

Fazit

Die Entmagnetisierung ist wichtig, da unerwünschter Restmagnetismus konkrete Probleme in der Fertigung verursachen kann. Er kann Metallspäne anziehen, die Bearbeitung beeinträchtigen, den Schweißprozess stören, die Reinigungsqualität mindern, Beschichtungsfehler verursachen und Messungen oder Prüfungen beeinträchtigen.

Entscheidend ist nicht immer, den Restmagnetismus vollständig auf null zu reduzieren. Sinnvoller ist es, ihn auf ein für den nächsten Prozessschritt oder die Endanwendung akzeptables Niveau zu senken.

Bei Werkstücken in der Fertigung trägt die Entmagnetisierung zur Verbesserung der Prozessstabilität und Produktqualität bei. Bei Permanentmagneten liegt der Schwerpunkt dagegen darauf, ihre magnetische Leistungsfähigkeit durch eine geeignete Wahl der Magnetwerkstoffgüte, die Prüfung der Temperaturbedingungen, die Wahl der Beschichtung, die Magnetisierungsrichtung und die Anwendungsauslegung vor unbeabsichtigter Entmagnetisierung zu schützen.

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Osenc unterstützt bei kundenspezifischen Neodym-Magneten, Magnetbaugruppen, der Werkstoffauswahl, der Prüfung der Magnetisierungsrichtung und der anwendungsbezogenen Magnetauslegung

Ben

Ben — Osenc

Ben verfügt über mehr als 10 Jahre Erfahrung in der Permanentmagnetindustrie und arbeitet seit 2019 mit Osenc zusammen. Sein Schwerpunkt liegt auf kundenspezifischen NdFeB-Magneten, magnetischem Zubehör und Magnetbaugruppen.

Er unterstützt Kunden dabei, Anforderungen an Werkstoff, Beschichtung, Magnetisierung, Prüfung und Produktion eindeutig festzulegen. Dadurch werden Missverständnisse in der Kommunikation und unnötige Iterationen bei der Musterfertigung reduziert.

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